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the knatter company

Die Geschichte des "Knatterbootes" reicht zurück bis ins vorletzte Jahrhundert. 1880 fand diese Antriebstechnik erstmals Erwähnung in einem französischen Journal. 1891 wurde die Technik, von dem Erfinder Thomas Piot, in Großbritannien als Patent angemeldet. Wiederentdeckt  wurde dies 1982 von dem  Journalist  Basil  Harley,  der  den  Artikel  von  1880  fand. Vor dem 2.Weltkrieg war das "Knatterboot", damals "Puff-Paff" Boot genannt, ein sehr beliebtes Spielzeug. Zu dieser Zeit wurden in der Chemnitzer Metallspielwarenfabrik von E. G. Lorenz, diese patentierten "Puff-Paff" Boote mit Rückstossantrieb hergestellt. Nach dem Krieg wurden die Rechte des Rückstossantriebes von der Firma Seidel in Zirndorf bei Nürnberg übernommen. Ein weiterer sehr bekannter deutscher Hersteller war die Firma Märklin. Hier im Bild, historische Knatterboote aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts.

Renaissance des Blechspielzeugs

Einst zierten sie fast jedes Kinderzimmer. Nun erleben Knatter-Boot und Blech-Gefährten ihren zweiten Frühling.

VON HOLGER TROMP

Die Recherche blieb erfolglos. Blechspielzeug, so die ernüchternde Erkenntnis von Gunnar Kuhlencord nach einem Besuchs-Marathon bei diversen Spielwarenhändlern, gehört hierzulande offenbar zu einer ausgestorbenen Spezies. Im fernen Indien, Studienort des Völkerkundlers, hatte dieser die Relikte vergangener Tage unlängst noch zuhauf gesehen - aus Recycling-Material liebevoll hergestellt in Familienbetrieben und feilgeboten für "lächerliche Preise", Asien ist eben nicht Europa, statt handgearbeiteter, antiquiert anmutender Blechgestalten bestimmen hier Playstation und Spiderman-Figuren das Schaufensterbild.

Der Experte bemüht die Historie zwecks Aufklärung: "In der ersten Hälfte des Jahrhunderts war überwiegend Blech Anteil eines jeden Spielzeugs. Deutschland gehörte sogar jahrelang zu den größten Herstellern weltweit. Anfang der 60er Jahre wurde Plastik als Top-Material für Spielzeug entdeckt." Und während die wohlgeformte Barbie-Puppe samt Kunststoffgefährten den Siegeszug durch die Kinderzimmer antraten, ging es den naturgemäß recht scharfkantigen Blech gänzlich an den Kragen: Es wurde der nicht unerheblichen Verletzungsgefahr wegen als Spielzeugmaterial gesetzlich verboten und verschwand nahezu vollständig vom Markt. ... "In der Tat scheint es so, als würden sich die Leute wieder auf Traditionelles besinnen. Im übrigen", ergänzt der 31-Jährige, "erfüllen wir durch den Import aus Indien eine soziale Funktion." Die billige und wegen des vorwiegend genutzten Recycling-Materials ökologische Produktion ermöglicht günstige Preise "und einen sicheren Platz im Wettbewerb mit den großen Konzernen. Darüber hinaus verfügen mittlerweile sieben Familien dort über einen respektablen Lebensstandard", so Kuhlencord.

Zugpferde im Phantasia-Stall sind die laut knatternden und durch Hitze angetriebenen Dampf Jet Boote. Sie gehören zu den Spielwaren, die sowohl Eltern-, als auch Kinderaugen strahlen lassen. "Die Knatter-Dampfer machen Krach, und zwar ganz ohne Batterien", erläutert Kuhlencord die Faszination aus Filius-Sicht. Mutter und Vater hingegen dürfen vielmehr vom pädagogischen Anspruch der Schiffchen angetan sein. Die durch Piff-paff-, Kerzen- oder Put-Put-Boote genannten Blechfabrikate vermögen nämlich nicht nur den Spieltrieb von Kindern, sondern auch deren Neugier für die Wissenschaft zu wecken. Im Physikunterricht beispielsweise können sich die Blechprodukte als ernstzunehmende Motivationshilfe profilieren.

Quelle: Rheinische-Post vom 26.01.2002